Neonazis haben in der Nacht auf Freitag in mehreren Städten des Bundeslandes Anschläge auf linke und nicht-rechte Vereinshäuser verübt. In Rostock wurden am Peter Weiß Haus in der Doberaner Straße mehrere Scheiben eingeworfen und Buttersäure verkippt. In Anklam wurde der Demokratieladen mit Buttersäure attackiert. In Greifswald haben Neonazis in der vergangenen Nacht zum wiederholten Male das Internationale Kultur-und Wohnprojekt in der Goethe Straße angegriffen. Die Täter beschmierten die Außenwände und hinterließen einen Schriftzug. Eine Sprecherin teilte gegenüber Kombinat Fortschritt mit: “Heute Nacht wurden gegen 4.00 Uhr zwei Personen auf der gegenüberliegenden Straßenseite gesehen. Beide hatten sich vermummt. Über einen Teil unserer Außenfassade hatten sie zuvor braune Farbe verteilt. Außerdem wurde das Haus mit Buttersäure attackiert. Die Innenräume sind allerdings nicht davon betroffen. Wir können also weiterhin mit dem Cafe- und Veranstaltungsbetrieb fortfahren.”
Als Hintergrund der Taten vermuten Szenekenner_innen eine geplante und konzertierte Aktion der Neonazi-Szene. Am Vortag fand am Landgericht in Rostock ein Prozess gegen die Angreifer von Pölchow statt. Zu diesem Termin waren eine Reihe von Kadern der NPD u.a. aus Vorpommern angereist. Am selben Tag durchsuchte das BKA Büros und andere Räumlichkeiten des NPD-Abgeordneten David Petereit im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum “Nationsozialistischen Untergrund”.
Wir dokumentieren im Anschluss eine Pressemitteilung des Peter Weiss Hauses.
+++ Weitere Informationen folgen auf dieser Seite im Tagesverlauf! +++
Update: Bilder vom Peter-Weiss-Haus und vom IKuWo sind nun weiter unten online. Auch eine Pressemitteilung des IKuWo Greifswald ist weiter unten dokumentiert
Pressemitteilung vom 04.05.2012
Anschlag auf das Peter-Weiss-Haus in Rostock
In den Morgenstunden des 4. Mai 2012 hat es auf das Peter-Weiss-Haus in Rostock ein Buttersäureanschlag gegeben. Es wurden zwei Scheiben zum Veranstaltungssaal eingeworfen und Buttersäure in diesen verschüttet.
Das Peter-Weiss-Haus ist ein Kultur- und Bildungszentrum inmitten der Kröpeliner Tor Vorstadt. Über 200 Menschen haben die Wiederbelebung des ehemaligen Haus der deutsch-sowjetischen Freundschaft für das Gemeinwesen vor drei Jahren ermöglicht. Eine Vielzahl von Bewohnern des Stadtteiles beteiligen sich durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit an der Sanierung des traditionsreichen Einzelbaudenkmals. Das Projekt ist überregional durch ein Vielzahl von Veranstaltungen bekannt. Im Haus arbeiten die Vereine Literaturhaus Rostock e.V. und Soziale Bildung e.V.. Dem Haus angeschlossen ist ein Freigarten, der durch die subraum Genossenschaft betrieben wird. Die Kinder- und Jugendarbeit des Stadtteils befindet sich ebenfalls hier. Personen kamen in Folge des Anschlages nicht zu Schaden. Feuerwehr und Polizei sicherten den
Tatort. Eine Veranstaltung mit 20 Kindern musste auf Grund von Gesundheitsgefährdung abgebrochen werden. Die am Abend geplante Salsa-Tanzveranstaltung wurde abgesagt. Aufgrund der in der selben Nacht durchgeführten Buttersäureanschläge auf das ‘Internationale Kultur- und Wohnprojekt’ (IKUWO) in Greifswald und den ‘Demokratieladen’ in Anklam kann ein neonazistisch motivierter Hintergrund vermutet werden.Der Freigarten hat weiter geöffnet und die Veranstaltungen werden ab morgen wie geplant stattfinden. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit bleibt kurzzeitig geschlossen. Das Peter Weiss Haus versteht sich als offener Ort für Engagement und wird sich weiterhin gegen neonazistische Tendenzen einsetzen. Wir erklären uns mit den weiteren von Anschlägen betroffenen Menschen und Orten solidarisch.
Eine Pressemitteilung des IKuWos in Greifswald dokumentieren wir ebenfalls:
Pressemitteilung vom 4. Mai 2012
Farb- und Buttersäureanschlag auf das IKuWo
In den frühen Morgenstunden vom 4. Mai wurde das Internationale Kultur- und Wohnprojekt (IKuWo) in Greifswald mit Farbe und Buttersäure angegriffen. Die Täter waren vermummt und werden laut Beschreibungen von Augenzeugen im Umfeld der „Nationalen Sozialisten Greifswald“ vermutet. Offensichtlich war der Angriff auf das Haus Teil einer systematisch geplanten Anschlagsserie der Neonazi-Szene Mecklenburg-Vorpommerns. Auch das Peter-Weiss-Haus in Rostock und der Demokratieladen in Anklam waren in der Nacht von Buttersäureangriffen betroffen.
Um 4.10 Uhr, kurz vor Einbruch der Dämmerung, beschmierten die Neonazis die Frontfassade und Fenster des IKuWos großflächig mit brauner Farbe und verkippten vor dem Gebäude Buttersäure; im Eingangsbereich hinterließen sie Schmierereien. Einen präparierten Feuerlöscher, der als Tatwerkzeug diente, warfen sie über einen Zaun in den Innenhof, um ein Auto zu beschädigen. Vor ihrer Flucht wurden zwei Täter durch einen Augenzeugen beobachtet. Die beiden Männer waren mit Sturmhauben vermummt und schwarz gekleidet. Eine dritte Person, die den „Nationalen Sozialisten Greifswald“ zugerechnet wird, hatte das IKuWo laut Beobachtungen eines Gastes bereits vor dem Tathergang ausgespäht. Es wurde bereits Anzeige erstattet.
In letzter Zeit häuften sich Übergriffe auf Migrant_innen, alternative Jungendliche, Studierende und Kulturzentren in Greifswald. Bereits vor einem Jahr wurde auf das IKuWo ein Brandanschlag verübt, bei dem bewusst die Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen wurde. Im letzten Jahr wurden zahlreiche Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung gestellt, dennoch führten die Ermittlungen trotz zahlreicher Hinweise bisher zu keinerlei Ergebnissen.
„Wir fragen uns, ob die Neonaziszene in Greifswald wirklich so groß ist, dass die Polizei jeglichen Überblick verliert, oder ob sie kein Interesse an der Aufklärung der Taten hat,“ so eine Sprecherin des IkuWos. „Eine besondere Qualität erreichen die Anschläge der letzten Nacht dadurch, dass diese zeitlich koordiniert und gemeinsam geplant waren. Deutlich wird an dieser Stelle die landesweite Vernetzung der Neonazis. Die Anschläge richten sich gegen Projekte, die sich offen gegen ihre menschenverachtende Ideologie stellen. Solche Vorfälle können uns nicht einschüchtern, sondern bestärken uns in dem Engagement gegen Neonazi-Aktivitäten.“
Bilder aus Greifswald – Danke ans IKuWo:
Bilder aus Rostock, die uns das PWH freundlicherweise überlassen hat:











[...] attackieren linke Läden in Mecklenburg-Vorpommern (Kombinat Fortschritt, [...]
[...] Heute Nacht wurden in Mecklenburg Vorpommern verschiedene linke und nicht-rechte Projekte von Neonaz… Neben dem Peter Weiß Haus in der Kröpeliner Tor Vorstadt von Rostock und dem Ikuwo in Greifswald traf es auch den Demokratieladen in Anklam. [...]
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[...] Einen längeren Artikel mit Hintergrundinfos und aktuellen News findet ihr bei Kombinat Fortschritt. GA_googleFillSlot("468x60_default"); Mai 6th, 2012 | Category: Allgemein [...]
[...] Neonazis attackieren linke Läden in Mecklenburg-Vorpommern: In der Nacht auf den 4. Mai gab es Angriffe durch vermeintliche Neonazis auf “linke und nicht-rechte Vereinshäuser”. Auch das IKuWo in Greifswald war davon betroffen. [...]
[...] Buttersäureanschläge scheinen sich in der mecklenburgischen Neonaziszene einer wachsenden Beliebtheit zu erfreuen. So wurde bereits 2010, um ein Konzert der antifaschistischen Band Feine Sahne Fischfilet zu verhindern, bei einem Veranstaltungshaus in Tessin (bei Rostock) die Scheiben zerschlagen und Buttersäure verkippt. Im Januar diesen Jahres folgten dann die Vereinshäuser des Awiro e.V. in Rostock. Hier waren der Eingang zur linken Kneipe „Cafe Median“, sowie die beiden Haustüren der Projekthäuser betroffen. In der vergangenen Woche kam es dann zu den offensichtlich geplanten und koordinierten Angriffen auf drei Objekte im ganzen Bundesland. [...]
[...] Gewalt hat viele Gesichter. Mal erscheint sie in Form von Buttersäure- und Brandanschlägen auf alternative und linke Treffpunkte, dann wieder als nackte Gewalt auf [...]
[...] Die Buttersäure-Anschläge in Anklam, Greifswald und Rostock waren ebenso keine Zufälle. Die Ziele sind Orte an denen sich Menschen begegnen. In diesen Begegnungen und gemeinsamen Handlungen werden wichtige Knoten geknüpft, deshalb wurden die Orte ausgewählt. Denn wo es eine eng vernetzte und aktive Zivilgesellschaft gibt, da kann die platte rechte Propaganda vom “Volkstod” nicht mehr verfangen. Wo es Beteiligung am politischen Handeln gibt, wo echte Demokratie im Hier und Jetzt eingeübt wird, haben Neonazis das Nachsehen. Denn nach und nach, durch eigenes Erleben und aktives Erfahren wird es für die allermeisten Menschen weitaus attraktiver von ihrer Urteilskraft selbst Gebrauch zu machen, statt irgendwelchen Führern hinterherzulaufen. Wo Menschen lernen miteinander Entscheidungen darüber zu fällen in welcher Gesellschaft sie leben wollen, da wird es unreizvoll sich einem Führer anzuvertrauen, wie jenem Gold- und Juwelenhändler aus Lübtheen, aus dem man den Marktschreier immer noch deutlich heraushört. [...]
[...] kam es zu einem Buttersäureanschlag auf die Häuser des Vereins. Im Mai wurden in einer offenbar koordinierten Aktion linke Läden in ganz MV von Neonazis mit Buttersärue angegriffen. Nach der medialen Aufregung um die Ruderin [...]
[...] kam es zu einem Buttersäureanschlag auf die Häuser des Vereins. Im Mai wurden in einer offenbar koordinierten Aktion linke Läden in ganz MV von Neonazis mit Buttersäure angegriffen. Nach der medialen Aufregung um die Ruderin [...]
[...] kam es zu einem Buttersäureanschlag auf die Häuser des Vereins. Im Mai wurden in einer offenbar koordinierten Aktion linke Läden in ganz MV von Neonazis mit Buttersäure angegriffen. In Greifswald wurde das IKuWo Opfer eines [...]
[...] zwischen Prätorius, Müller und den Anschlägen ist also nicht auszuschließen. siehe: MV: http://kombinat-fortschritt.com/2012/05/04/neonazis-attackieren-linke-laden-in-mecklenburg-vorpommer… Halle: [...]
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